Wie die VG derzeit aufgestellt ist

Die Bürgermeister unter den Wappen der fünf Gemeinden, die zur VG Altenstadt gehören: von links Albert Hadersbeck (Altenstadt), Guntram Vogelsgesang (Hohenfurch), Xaver Fichtl (Ingenried), Norbert Essich (Schwabbruck) und Siegfried Neumann (Schwabsoien). Foto: jj

Das Jahr 1978: Die Fußball-WM fand in Argentinien statt, es gab drei Päpste „und die Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt wurde gegründet, blickte Geschäftsstellenleiter Sebastian Ostenrieder bei seinem launigen Rückblick auf die Anfänge zurück. Es wurde noch auf mechanischen Schreibmaschinen getippt, und der Besitz einer elektrischen schien als „Schub für die Karriere“. Kopiert wurde mit einem Matrizengerät, ein Klapphandy war Teil der „Raumschiff Enterprise“- Fiktion. „Man stand quasi noch mit dem Federkiel am Schreibtisch“, in Echtzeit sei damals noch gar nichts passiert.

Auf der anderen Seite habe es aber beispielsweise noch eine  genaue Definition von Innen- und Außenbereich etwa bei Bauangelegenheiten gegeben. Und manches andere Problem konnte bei einem Weißwurst-Frühstück unbürokratisch gelöst werden. Mit dem Einzug des Computers kamen nicht nur Erleichterungen auch „unsinnige Statistiken für noch unsinnigere statistische Erhebungen dazu“, so Ostenrieder weiter.    

„Ihre Bürger können stolz auf ihre Verwaltung sein, sie ist ein Paradebespiel“, fand Landrätin Andrea Jochner-Weiß lobende Worte vor den und 70 Gästen, die sich zu dem Festakt in der Aula der Grundschule eingfunden hatten. Darunter aktive und ehemalige Mitarbeiter, Gemeinderäte und Bürgermeister aus den Mitgliedsgemeinden Altenstadt, Hohenfurch, Ingenried , Schwabbruck und Schwabsoien. Das Besondere sei die Normalität für den Bürger von Gemeinden mit unterschiedlicher Geschichte. Synergien würden genutzt und sei so die „ideale Basis für Kooperation über die Verwaltung hinaus“, so Jochner-Weiß.

Fichtl: "Mit Zuversicht" vorausblicken 
„Wir können mit Zuversicht in die Zukunft blicken“, resümierte auch Gemeinschaftsvorsitzender Xaver Fichtl.  Vor allem die Großprojekte kämen allen Bürgern zugute „die einzelne Gemeinden nicht alleine finanzieren könnten. Derzeit arbeiten sechs Vollzeitkräfte, 14 in Teilzeit, ein freier Mitarbeiter und ein Azubi in den drei Abteilungen der VG. Fichtl ist der mittlerweile sechste Vositzende, vor ihm hatten den Posten Gregor Deschler Hans Moser, Georg Thoma und Karl-Heinz Gerbl inne. Besondere posthume Würdigung erhielt die Aufbauarbeit von VG-Dienststellenleiter Günter Seelig, der dort 33 Jahre lang tätig war und letztes Jahr verstarb .  

In ihrer „dienenden Funktion“ sei die Verwaltungsgemeinschaft keine "Übergemeinde“, so Fichtl. Sie ähnele mehr einem Zweckverband zur Erfüllung von Verwaltungsaufgaben vor allem die vom Staat übertragenen Angelegenheiten (wie etwa Pass-, Einwohner-, Standesamt, Steuer- und Sozialangelegenheiten) wahr.

Festvortrag des Altlandrates
Den Festvortrag  über die „geschichtliche Entwicklung der Gebietsreform“ hielt schließlich Altlandrat Luitpold Braun. Beginnend bei Napoleon („der war an der Entwicklung Schuld“) über die Gebietsstruktur von Maximilian Graf Montgelas („der hat 1808 in einer wilden Aktion alles bisherige außer Kraft gesetzt“) und dem königlichen Erlass 1818 bis heute. Gälte die Verordnung noch von der Mitte des 19.Jahrhunderts, „wäre unser Landkreis der wohl schönste im ganzen Bundesgebiet, schwärmte Braun etwas wehmütig: Linderhof, Ettal, Hohenschwangau, die Wies, Altenstadt mit seiner Basilika, Oberammergau und Vilgertshofen gehörten damals zusammen.  Ch. Trunk