Eine dezentrale Lösung zur Energieversorgung

Das Heizhaus in der Nähe des Kasernengeländes. Bild: Klaus Wolf

Die Anlage zeichnet sich dadurch aus, dass sie mehrere Partner der Region unmittelbar einbindet: Neben einem nahe gelegenen Kuhstall oberhalb von Schwabniederhofen befindet sich eine Biogasanlage, in der Rindergülle aus dem Stall sowie Pflanzensilage zu Biogas verwertet werden. Aus dem Biogas werden Strom und Wärme gewonnen; die Wärme blieb bislang ungenutzt.

Das Unternehmen Vattenfall ermöglicht nun eine effiziente und sinnvolle ganzjährige Nutzung. Dafür wurde eine zwei Kilometer lange Wärmeleitung bis in das neue Heizhaus verlegt. Damit wird der Warmwasser- und Heizungsbedarf der Kaserne fast ganzjährig abgedeckt. Für den erhöhten Wärmebedarf in der kalten Jahreszeit installierte Vattenfall drei Niedertemperaturkessel auf Erdgasbasis.

Grundstück fürs Heizhaus langfristig gepachtet
Das Diese individuelle dezentrale Energielösung in Altenstadt sei beispielgebend für das gute Zusammenwirken aller Partner in der Region, auf kommunaler Ebene, mit regionalen Unternehmen bis hin zu privaten Unterstützern, hieß es bei der offiziellen Inbetriebnahme. So konnte das Grundstück direkt neben der Kaserne als Bauland für das neue Heizhaus langfristig gepachtet werden.

Christian Feuerherd, Geschäftsführer der Vattenfall Energy Solutions GmbH, erklärt dazu: „Vattenfall hat sich dazu verpflichtet, innerhalb einer Generation eine Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen. Wir freuen uns sehr, dass wir die Bundeswehr von unseren innovativen Lösungen überzeugen konnten und unterstützen sie dabei, auf eine umweltschonende Wärmeversorgung umzusteigen.

Dabei sei man dankbar für die gute Zusammenarbeit mit Unternehmern vor Ort, durch die zur lokalen Wertschöpfung beigetragen werde: einerseits mit dem Einkauf von in der Nachbarschaft erzeugter Biowärme und andererseits durch das Pachten eines Privatgrundstücks für das neue Heizhaus.

Oberleutnant Lucas Lauterbach, der Presseoffizier des Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillons 3 am Standort Altenstadt: „Für unseren Standort bedeutet das neue effiziente Energiekonzept für mehr als 1000 Menschen eine sichere und moderne Wärmeversorgung, zudem können wir einen Beitrag für den Erhalt der Umwelt, insbesondere hier in der Region, leisten.

Daten & Fakten:

· Franz-Josef-Strauß-Kaserne mit bis zu 1.260 Personen und rund 30 Unterkunfts- und Funktionsgebäuden.

· Die moderne Anlage vermeidet rund 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

· Effiziente Energielösung mit Gesamtleistung von bis zu 5 Megawatt.

· Heizhaus: Gebäude mit 150 Quadratmetern. Bauweise: Holzhybrid, Sockel: Beton.

· Installiert sind 3 Niedertemperaturkessel.

· Zusätzlich wird zur Wärmeversorgung die bisher ungenutzte Abwärme der nahegelegenen Biogasanlage verwertet.

· Baubeginn der Nahwärmeleitung war Mitte August 2019.

· Baubeginn des Holzhybrid-Gebäudes war September 2019.

· Die Fertigstellung erfolgte im Januar 2020.

· Inputstoffe für Biogasanlage sind eine Mischung aus Rindergülle und Pflanzensilage (nachwachsende Rohstoffe wie Silomais, Grassilage, ganze Pflanzen).

·  Mischung geht über Dosiergerät in den Fermenter, wo bei zirka 42 Grad unter Luftabschluss mit Hilfe von Bakterien die Freisetzung von Methan erfolgt.
· Der Rest des Gärsubstrates kommt als flüssiger Dünger wieder auf die Felder.

·  Beim Verbrennungsprozess in der Biogasanlage entsteht bisher ungenutzte Abwärme,
die nun weitergeleitet wird.