Worum sich Johann Reich verdient gemacht hat

Gerade in Zeiten, die zunehmend von wachsender Arbeitsbelastung und Ich-Bezogenheit geprägt sei und in der die Bereitschaft zur Übernahme von Ehrenämtern und das Verantwortungsbewusstsein für die Allgemeinheit nachzulassen drohe, komme es besonders darauf an, „dass es Menschen gibt, die nicht nur an sich selbst denken, sondern auch mithelfen, das in unserem Land Erreichte zu erhalten, zu mehren und zum Wohle unseres Landes beizutragen. Eine solche Bereitschaft, die in der Regel dem Einzelnen große Opfer abverlangt, ist auch öffentlich hervorzuheben“, betonte Pschierer in seinen einleitenden Worten.

Johann Reich, bereits mit 13 Jahren ehrenamtlich in der Christlichen Arbeiter Jugend (CAJ) aktiv und später, bis heute, in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) engagiert, habe das sozialpolitische Selbstverständnis des KAB-Diözesanverbands Augsburg mit seinen über 4.000 Mitgliedern nachhaltig geformt, hob Pschierer in der Laudatio hervor.

Darüber hinaus habe sich Reich bereits ab 1980 in den ehrenamtlichen Verwaltungsgremien der AOK Kaufbeuren-Ostallgäu engagiert, so im Vorstand und zudem im Widerspruchs-, im Personal- und im Krankenhausausschuss; er war von 1988 bis 1995 alternierender Vorstandsvorsitzender.

Im höchsten Gremium der AOK Bayern
Seit der Fusion 1995 von 39 seinerzeit selbständigen regionalen Krankenkassen zur AOK Bayern wirkte Reich in deren höchstem Gremium, dem Verwaltungsrat. Über ebenso fast vier Jahrzehnte engagierte sich Reich in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA) - dem Zusammenschluss von Kolpingwerk,Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Evangelischer Arbeitsgemeinschaft für soziale Fragen in Bayern und Thüringen (EAG) – zunächst auf Kreisverbandsebene, dann bis 2016 als Leiter des ACA-Bezirksverbands Schwaben. Über Konfessionsgrenzen hinweg habe Reich Brücken gebaut, um christlichen Werten in der sozialen Selbstverwaltung zum Durchbruch zu verhelfen, so Pschierer.

Bereits seit 1983 war Reich zudem Diözesanvorsitzender der Christlichen Arbeiterhilfe. Auch für die kirchlich beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist er seit Jahrzehnten im Einsatz. So hat er deren Vertretung, die Kommission für das Arbeitsvertragsrecht der bayerischen Diözesen, als Gründungsmitglied mit ins Leben gerufen und von 2009 bis 2017 als alternierender Vorsitzender geleitet.

Ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht
Große Anerkennung verdient sein Wirken auch als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Kempten seit nunmehr rund sieben Jahren. Trotz dieser vielen Aufgaben fand und findet der Geehrte noch Zeit, sich seinen Hobbys, der Musik, zu widmen. Seit über 55 Jahren ist er aktiver Musiker in der Blaskapelle Altenstadt und gehört sein 20 Jahren deren Vorstandschaft an. Im Januar 2018 hat er wiederum den Posten des Vorstands übernommen: 2019 gilt es das Bezirksmusikfest in Altenstadt auszurichten.    

„Mit Überzeugung und Begeisterung haben Sie sich über mehr als vierzig Jahre für eine positive Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft eingesetzt“, begründete Pschierer die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Johann Reich. KB/JJ